Marker Remix – Experiment und Erfahrung

Veröffentlicht am: 3. Juni 2017

Marker nachfüllen schont nicht nur die Umwelt sondern auch den Geldbeutel, das weiß jeder. Aber eigene Farben mischen und ein bisschen herumspielen macht auch noch richtig Spaß!

 

Man kann nämlich nahezu alle denkbaren (oder wenigstens druckbaren) Farben mischen. Dazu genügen  im Grunde vier Flaschen RefillOne. Die Nummern 301, 704, 501 und 100 entsprechen ziemlich genau den vier Farben, mit denen z. B. Zeitschriften gedruckt werden: Cyan, Magenta, Yellow und Key (was Schwarz bedeutet).  Da wir nur regenbogenhafte, frische Farben wollten und außerdem etwas faul waren, haben wir bei unseren Versuchen auf Schwarz (100) verzichtet – es ist sehr intensiv und oft wird die Farbe nicht nur dunkler, sondern eben auch ein bisschen „schmutzig“. Und los geht’s: Mischen possible!

 

Mischen possible: Starter-Set für deine Farbexperimente

 

Sprung ins kalte Wasser

Auf dem Foto unseres „Versuchsaufbaus“ sind außer vieler leerer Marker und einer Handvoll Nachfüllflaschen auch noch andere Dinge zu sehen, aber darauf gehen wir später genauer ein. Zu Beginn haben wir erst mal pure Farben gemischt. Wir wollten zu den drei Grundfarben noch ein frisches Grün, ein tiefes Blau und ein warmes Rotorange erreichen. Kann ja nicht so schwer sein, oder?

 

Also füllten wir eine Dosis Gelb (501) in einen leeren Marker, anschließend eine etwa genauso große Dosis Cyan (301). Tadaa! Nach kurzer Zeit hatten wir einen wunderbaren Grünton. Als nächstes mischten wir einen warmen Rotton aus jeweils der gleichen Dosis Gelb und Magenta (704). Es funktionierte und wir dachten: „Das ist ja einfach!“ Ist es aber nicht. Denn als wir auf die gleiche Art Cyan und Magenta in den Marker füllten, bekamen wir ein dunkles Magenta, das von blau denkbar weit entfernt war.

 

   

Fotos und Zeichnungen: Thies Thiessen

 

Und so geht’s richtig

Wieder was gelernt: Erst die Farben mischen und dann den Marker füllen. Denn um ein tiefes Blau zu erhalten, braucht man mehr Cyan als Magenta. Und das heißt probieren. Außerdem solltest du dir immer notieren, welche Mengen von welcher Grundfarbe nötig sind, damit „deine“ Farbe daraus wird. Wenn du es ganz genau wissen willst, könntest du sogar eine Spritze mit Skala verwenden, aber Tropfen zählen geht auch. Weil wir all das nicht taten, scheiterte auch der Versuch, aus den drei Grundfarben ein Grau anzumischen, stattdessen bekamen wir ein schmuddeliges Wasauchimmer. Also hier nochmal die einfache Regel:

 

1. Abmessen und mischen
2. Überprüfen, ob die Farbe stimmt
3. Erst dann Marker füllen

 

(Um die Regel realistisch zu interpretieren: 1. Abmessen und mischen, 2. Überprüfen, 3. Neu abmessen und mischen, 4. Überprüfen, 5. Abmessen und … – bis du schließlich deinen Wunschton hast. Das dauert und es ist ein bisschen frustrierend, aber wir waren ja faul und sowieso neugierig auf den zweiten Versuch … ;))

 

Drei Farben, unendlich viele Mischungen. Wie sieht deine Farbe aus?

 

Zeit zum Experimentieren

Als nächstes haben wir nämlich die leeren Marker mit Flüssigkeiten gefüllt, die man normalerweise nicht dafür benutzt. Ob Kaffee wohl einen schönen Braunton ergibt? Wird Rote Bete tiefrot sein oder eher Rosa? Was ist mit rotem Wein? Und: Können wir vielleicht auch einen Zaubermarker herstellen, der nur für die zu lesen ist, die sein Geheimnis kennen?

 

Um es abzukürzen: Kaffee müsste schon sehr, sehr stark sein, damit er überhaupt auf dem Papier zu erkennen ist. Rote Bete ergibt einen rosa-, beinah hautfarbenen Ton. Bei Rotwein ist es ganz ähnlich, nur wird die Farbe beim Trocknen etwas bräunlicher und wärmer.

 

  

  

Fotos und Zeichnungen: Thies Thiessen

 

Ein voller Erfolg war die Geheimtinte. Wir füllten frischgepressten Zitronensaft in den Marker, und tatsächlich: Als wir einige Wörter damit hinschrieben, konnten nicht einmal wir selbst die Wörter sehen. Also legten wir das Papier auf einen Toaster … Und nach einer Weile wurde die unsichtbare Schrift erst hell, dann dunkler braun. Und dann wurde beinahe auch unser Papier dunkel und fing fast an zu brennen. Also Vorsicht! 😉 Aber abgesehen von dem Beinah-Brand hatten wir einen Nachmittag voller Spaß! Wenn du also je eine Farbe in der Neuland-Palette vermisst: Einfach selbermischen.

 

(Ergänzung eine Woche später: Der Geheimtintenmarker funktioniert nicht mehr, denn der frischgepresste Zitronensaft ist nicht mehr frisch ist. Es empfiehlt sich eher z. B. Zitronensäure – die gibt’s im Drogeriemarkt. Sie verdirbt nicht und funktioniert mindestens genauso gut.)

Jetzt du: Wir freuen uns auf Nachricht von deinem persönlichen Neuland-Remix.

 

 

 

Fotos und Zeichnungen: Thies Thiessen