Sagen Sie mal: Wo nehmen Sie bloß Ihre Zeichenvorlagen her?

Veröffentlicht am: 23. September 2015

Illustratoren haben es nicht leicht. Denn ihre Auftraggeber haben oft ganz genaue Vorstellungen, was sie gern sehen würden, wenn sie auch nicht genau wissen, wie es aussieht. Ganz besonders gefordert sind hier, zum Beispiel, Storyboard-Zeichner für Werbespots oder Kinofilme. Da heißt es dann im Drehbuch ganz harmlos: „Totale eines typischen, bürgerlichen Wohnzimmers der 60er Jahre. Eine junge Frau in Abendgarderobe serviert Kaffee…“ Und schon ist das Problem da: Wie sehen bzw. sahen eigentlich die  Wohnzimmer vor 50 Jahren aus? Wie die Schuhmode um 1905?

Karstadt   Sears_innen2

Können Sie aus dem Kopf einen Kinderwagen dieser Zeit zeichnen?
Können Sie einen dieser modernen dreirädrigen Kinderwagen von heute aus dem Kopf? Oder Hüte? Öfen? Gartenmöbel? Da wird es im Netz selbst mit Google nicht leicht, das Passende zu finden.

Hier unser Tipp: Schaffen Sie sich Versandhauskataloge an – solange es sie noch gibt. Sie bieten auf hunderten von Seiten alle, was man als Auftragszeichner irgendwann mal zeichnen können müsste, von der Unterwäsche über die Spielwaren bis zu Wasserkochern, Putzutensilien, Gardinen und natürlich Schuhmode.

Quelle   Sears

Natürlich ist es am einfachsten, sich die aktuellen Kataloge zuzulegen – die werden Ihnen sogar kostenlos zugeschickt –  aber viele ältere Sachen finden Sie auch noch antiquarisch. Und ehe Sie sich versehen, haben Sie eine reich bestückte Bank mit Vorlagen von so ziemlich allem, was es gibt.
Sears_innen   Otto
Wozu also aus dem Kopf, wenn’s doch aus dem Katalog viel besser geht… (– was natürlich, nebenbei bemerkt,auch für das Zeichenwerkzeug gilt: das gibt’s auch im Katalog, z. B. in unserem. Aber das ist hier kein Thema.)

Redaktion: Neuland
Abbildungen: Archiv Thies Thiessen:
Karstadt ca. 1900 / Sears & Roebuck Katalog 1902 /
Quelle-Katalog um 1955 / Otto-Katalog 2014
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