Neuland Werkwand® – ein Interview mit Axel Baumhöfner

Veröffentlicht am: 23. Mai 2018

Um den Wissenstransfer zu fördern, richten immer mehr Unternehmen spezielle Kreativräume ein. Die Gestaltung erfolgt meist individuell. Systematische Lösungen existieren nur vereinzelt. Hier will Neuland die Lücke mit einem Möbelsystem schließen: Die NEULAND WERKWAND® ist international patentiert und mit dem German Design Award ausgezeichnet. Der Designer Axel Baumhöfner erläutert die Hintergründe des Projekts.


Was ist das Innovative an der WERKWAND?

Die WERKWAND verändert vor allem das Verhalten in Meetings. Sie dynamisiert nämlich Prozesse und fördert Entscheidungen. Teilnehmer nehmen Stifte und Kreide in Hand, sie beschriften eine Wandfläche und wischen die Inhalte wieder weg. Sie löschen also weniger gute Ideen und entwickeln besser Ansätze. Die WERKWAND kann diesen Prozess beschleunigen. Das Gruppenerlebnis ist dadurch ein ganz anderes. Und die Teilnehmer strukturieren auch den Raum mit den fahrbaren WERKWÄNDEN. Sie sind also aufmerksamer und auch aktiver.


Wie und wann kamen Sie auf die Idee, die WERKWAND zu entwickeln?

Wir waren von einem börsennotierten Versicherungskonzern aufgefordert worden, ein neues Konzept zu entwickeln, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Change-Prozess über mehrere Jahre hinweg kommunikativ begleitet. Ein Ziel dabei war etwas Innovatives zu machen, ein anderes eine hohe Effizienz zu erreichen. Der Entwurf der WERKWAND ist so aus einer direkten, ganz praktischen Anforderung eines Kunden entstanden. Wir haben dann mit den WERKWÄNDEN über 3 Jahre hinweg mehr als 300 Workshopveranstaltungen begleitet. Weil sich die Idee bewährt hat, entstand dann die Idee zur Serienproduktion und Patentierung.


Welche Ansprüche haben Sie dabei verfolgt?

Die Arbeit mit der WERKWAND sollte vor allem abwechslungsreich sein. Denn wenn man einen ganzen Tag in einem Workshop arbeitet oder lange in einem Meeting sitzt, kommt es automatisch zu Ermüdungserscheinungen. Und sie sollte sehr konzentriert sein. Viele Teilnehmer kennen Pinnwand-Systeme und Flipcharts. Wir wollten die Vorteile vieler gängiger Medien bieten, diese aber gleichzeitig auf ein ganz neues Niveau heben und so eine andere Arbeitsatmosphäre erzeugen.

 

Was verändert sich, wenn man mit der WERKWAND arbeitet?

Es herrscht eine aktive und direkte Stimmung in der Zusammenarbeit. Die WERKWAND ist in unterschiedlichen Ausführungen realisierbar, beispielsweise eine Seite mit Kreide beschreibbar, die andere mit Boardmarkern. Wir wussten am z.B. Anfang nicht, wie Kreide ankommt. Als dann Vorstände unmittelbar zur Kreide gegriffen haben und Spaß dabei hatten, war uns klar, dass wir mit dem sehr haptischen Schreiben richtig liegen. Die WERKWÄNDE gliedern den Raum und die örtlichen Gegebenheiten treten in den Hintergrund. Das fördert die Konzentration.

 

Die WERKWAND ist leicht gebogen. Warum?

Es gibt die WERKWAND gerade und gebogen. Jede gebogene WERKWAND ist ein fahrbares Kreissegment, und 12 Elemente ergeben einen Vollkreis von 5 Metern Durchmesser. Das schafft zum einen nahezu randlose, innen und außen beschreibbare Flächen. Größe spielt also eine Rolle. Zum anderen können mit den Geraden und den Kurvenelementen ähnlich wie bei einer Eisenbahn alle möglichen Raumsituationen geschaffen werden. Hier gibt es kaum Einschränkungen.

Warum passt die WERKWAND in die Zukunft der Arbeitswelt?

Es gibt in vielen Unternehmen einen Trend zu innovativ eingerichteten Arbeits- und Lernräumen. Sie sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, kreativ und konzentriert zu arbeiten, aber auch einmal über den Tellerrand hinauszuschauen. Mit der WERKWAND können diese Prozesse, bei denen es ja maßgeblich um Wissenstransfer geht, verbessert werden. Dieser Effekt lässt sich im Unternehmen aber auch in andere Arbeitsbereiche übertragen, wie z.B. in Großraum-Büros. Dort können WERKWÄNDE dann parallel als kreativer Raumteiler fungieren. Wir sprechen also eher von einem System, das Kommunikation, Wissensvermittlung, Meetings und Gruppentreffen komplex verändert.


Wer ist Ihre Zielgruppe?

Wir wollen immer da präsent sein, wo es um die Vermittlung von Wissen geht. Im weitesten Sinne richten wir unser Angebot an innovative Unternehmen, an Veranstalter von Tagungen wie Hotels, aber auch an Bildungseinrichtungen wie Universitäten.


Über welche Vertriebskanäle ist die WERKWAND erhältlich?

Mit dem Unternehmen NEULAND haben wir einen einen Partner gefunden, der sehr gut zur WERKWAND passt. Inhaber und Geschäftsführer Guido Neuland hat Idee und Potential der WERKWAND sofort erkannt. Das liegt vor allem daran das NEULAND eine tiefe und langjährige Methodenkompetenz hat und Kunden, die das honorieren. Mir persönlich gefällt auch der Gleichklang der Worte „NEULAND“ und „WERKWAND“.

 

Sie haben bereits 2016 mit der WERKWAND den German Design Award gewonnen. Was bedeutet das für Sie?

Für mich persönlich ist der Gewinn eines Designpreises immer eine Anerkennung meiner Arbeit und der Innovation durch andere, wichtige Persönlichkeiten aus dem Designbereich. Für die WERKWAND ist der Preis nach dem internationalen Patent ein weiterer wichtiger Meilenstein zu einem erfolgreichen Produkt.

 

Vita

Axel Baumhöfner hat an der Hochschule für Gestaltung in Darmstadt Industrie- und Kommunikations-Design studiert. Nach dem Studium arbeitete er in verschiedenen Agenturen für Design, Produktentwicklung, Kommunikation sowie Marketing. Als Kommunikations- und Marketingspezialist war er anschließend für diverse Großunternehmen tätig. Seit 2009 ist Axel Baumhöfner geschäftsführender Gesellschafter der Lion and Fishes GmbH in Frankfurt am Main.

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